

The Mellers - Vorband: Skin of Tears - 7.4.2001
(Schnetzenhausen - Bodensee)
Bei so einer netten Einladung, nehme ich doch glatt mal eine 7stündige Fahrt in Kauf, auch wenn Schnetzenhausen (bei Friedrichshafen), gelegen am schönen Bodensee, jetzt nicht gerade der Ort ist, den man sich unbedingt merken müsste ;-)
Was man sich allerdings merken sollte, ist die Band The Mellers! Aber der Reihe nach.
Denn: Was die ca. 300-350 Besucher der Party bereits in der "Aufwärmphase" der CD-Release-Party geboten bekamen, war die kölner, dreiköpfige Band Skin of Tears, die im Ruhrgebiet allemale keine unbekannte Formation ist. Gespielt wird Punk mit wechselnden Reggae- und SKA-Einflüssen (manchmal). Es ist eine Musik, die ich immer so gerne als "postmodernen Punk" beschreibe (Der Sänger wird mir wohl jetzt wieder an die Gurgel gehen wollen :-) - eben wegen den z.T.
raschen Wechseln in ein und demselben Stück, was tanztechnisch eine ebenso hohe Flexibilität erfordert. Wenn man weiss, was auf einen zukommt, ist es eine tolle, faszinierende musikalische Show, die einfach keiner verpassen sollte, der den schnellen, gitarrenbetonten Punk (-Ska) liebt! Gleich 4 Tage später sah ich sie nochmals im AZ in Aachen, wo meine Auffassung mehr als bestätigt wurde. Auch wegen der neuen CD, dort auf der Page mal schauen gehen.
Die neunköpfigen The Mellers betraten hiernach die Bühne, und sie hatten nicht nur wegen ihres Heimvorteils die SKA-People auf ihrer Seite. Was nun im geschickt umgestalteten Gemeindehaus (durchaus mit professionellen Veranstaltungsorten zu vergleichen) kam, war der klassische Fun-SKA, der mit seiner vollen bläserbetonten SKA-Wucht (gespielt von M. Beiter, S. Bentele, H. Müller und J. Bentele) die erfreuten SKA-Herzen traf. Neben dem Synthy, gespielt von D. Kallfass sowie Drums (M. Ibele), prägt insbesondere N. de Gregorio (seinerseits Bandleader, Gitarrist und Sänger) das Geschehen. Nicht zu vergessen der absolut engagierte Sänger (M. Rueß), der mit einer klassen Stimme dem Fun-SKA seine Professionalität verleiht.
Ich weiß, ich weiß, Vergleiche sind immer blöd, aber The Busters fielen mir spontan und sehr schnell ein - und das eben auch wegen der Bühnenshow, die wenig zu wünschen übrig ließ. Es begann eine Wanderung durch die klassischen Elemente der Fun-Ska-Stilrichtungen, wie eben den Busters, aber auch (u.a.) von Madness, was durch den
klaviergestimmten Synthy unterstützt wurde. "Geschickt mischten sie schnelle, treibende Rhythmen mit lockeren Grooves, knallharte Rockelemente mit Reggae-Feeling."; so ist es aus einem Pressebericht zu lesen. Und so war es dann auch. Für Ska-Fans der musikalische Himmel, in dem skankin' zum obersten Gebot gehört.
Auch, wenn nicht alle der Anwesenden zu den SKA-People zu rechnen waren, so werden sie sicherlich spätestens ab da wissen, was es heißt, wenn der SKA die Herzen erobert und der SKA-Train unaufhörlich Richting SKA-Town düst, während der Beat die Glieder nicht ruhen lässt.
Warum sie nur in der Heimatregion spielen und noch kein Label auf sie aufmerksam geworden ist, ist mir schlichtweg ein Rätsel! Vielleicht verhilft die neue CD "Too Fast" (mit Gast-Gesang-Auftritt von Monika Nad) ihnen, Deutschland zu erobern und uns weitere SKA-Partys zu bescheren.
Fazit: Einfach klasse Fun-SKA-Musik von einer Band, von der man in Zukunft sicherlich noch mehr hören wird!
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