SKA-Einstieg
www.DerDUDE-Goes-SKA.deline2.gif

Skafield

Fasten Your Seat-Belts (2001)
Leech Records

Der CD-Titel ihres Debut-Albums ist nicht rein eine Deskription, er ist eine Aufforderung und ein Warnhinweis zugleich! Was die 8 Saarländer hier produzierten, ist deftiger "Ska-Hardcore und Punkrock", so die Aussage von Joe. Die Information der Pressemitteilung "hard hitting skapunk" verweist ebenso darauf, dass hier der Jazz- oder traditional SKA nichts verloren hat. Es ist schon etwas heftiger, wie man es beispielsweise von First 8 gewohnt ist.

Und in der Tat, die nicht ganz unerfahrenen Skafield (gegründet 1997), greifen hier mal kräftig in die E-Gitarrenseiten, wobei dann die charakteristische, zum Teil aggressive Punk-Stimme des Sängers (liegt natürlich auch am Inhalt der Texte), die Bässe der Boxen schon mal heftig zum vibrieren bringt. Das selbstverständliche Schlagzeug (was auch immer ich damit meine), leistet sich einen kräftigen Schlagabtausch mit den vorbestimmenden E-Gitarren. Und dann ist alles plötzlich wieder doch alles ganz anders...

Die leider nur durch 9 Songs bestückte Scheibe, ist prädestiniert dafür, sie Stück für Stück zu beschreiben ...

Los geht's!

"Intro"/"not enough" ... Also mit Aufwärmsong hat dies gleich mal nichts zu tun. Die The Clash-mässige Stimme, kämpft sich da schreiend durch die Kompositionen von Bläsern und Gitarren durch und wird durch den Backgroundgesang unterstützt. Die punk- und ska-mässigen Rhythmen sind nicht gerade unbekannt, aber diese Mischung hinzubekommen, ist jedenfalls eine klasse Leistung.

"Fate of Tomorrow" ... zeigt wieder, dass der Punkrock deutlich die Vorherrschaft übernimmt - die Bläser wirken da dann eher als Beiwerk .... Man ist das alles flott ... nichts für seichte Gemüter ... Wieso kommt mir gerade der Begriff "Heavy Metall" in den Kopf ... wer weiss warum ? ...

"Smooth Song" ... Boahr!! Klasse! Der Sänger bekommt eine klarere, rudige Stimme, ein Klaviersound wird begesteuert und die Bläser übernehmen das Feld ... ein bisschen Beatles-Einfluss meine ich auch rauszuhören, am Anfang jedenfalls ... klasse Komposition und abwechslungsreich zugleich ... absolut tanzbar!

"You Should Know" ... Jetzt angeschnallt und hinhören ... kurz, heftig und klasse ... volles Volumen ... dass ist das, was sich die SKA-Gemeinde auf Konzis wünscht ... leider zu kurz ... weit unter einer Minute :-(

"Summer of '97" ... Den Atem der Bläser möchte ich gerne mit meiner verrauchten Stimme haben ... ich denke von einem Notenblatt sind die Noten kaum so schnell abzulesen, wie sie hier geblasen werden ... der "Kampf" mit den E-Gitarren geht weiter ... diesmal mit zwischen-melodischem Intermezzo, was ziemlich klasse rüberkommt ... *lasst uns hüpfen* ...

"Hard to Take" ... tschüss Bläser in den Background und auf geht's zum stimmenbetonte Punkrock. Und doch sind sie wieder da, wieder nicht, dann doch... ein hinundher...punk, rock, ska, Heavy M. ... hier wird es einem dann schon mal etwas schwindelig ...

"Sell outs" ... übertrifft dann fast alles ... die Stimme mutiert zu einer Aggression, die nur zu einer Heavy Metal Band passt. So ist es, sorry Joe! Dass hat dann auch nichts mehr mit SKA zu tun ... Dass der inhaltliche Text überhaupt auf die kurze Zeit gesungen werden kann, ist wiederum schon wieder eine Leistung ! ;-)

Last but not least: "What Time Is It" ... Mal davon abgesehen, dass hier z.T. was anderes gesungen wird, als der Titel es sagt "What time it is?" ;-)) ... gefällt das letzte Stück wiederum durch seine Variation zwischen Punkrock und Ska ... für mich eines der charakteristischsten Stücke des Albums ...

Mein (!) Fazit: Der Titel "Fasten Your Seat-Belts", passt einfach perfekt! Die Bude, die diese Band live aushält, muss schon recht robust sein, denn was auf diesen Konzerten los ist, wage ich nur zu erahnen! Eine Scheibe die klassisch in die Ska-Szene der End-2000ender Zeit Platz findet ... SKA-Punk pur - oder doch Punk-Ska, um nochmal den Begriff in die Runde zu werfen? Manchmal etwas zu durcheinander, experimentell, wie ich finde ... , aber wer Ska-Punk mag, hat etwas verpasst, wenn er diese Scheibe nicht sein Eigen nennt! Ich freue mich jedenfalls, wenn ich sie auf dem nächsten Konzert mal live erleben darf! Watch out!

DerDUDE (Januar 2002)

Weitere Einstiegs-Themen:
[Einstieg] [Geschichte] [Ska hören] [CDs/TopSKA] [CD-Kritiken]

Übersicht:
[Ska-Einstieg] [Ska-Infos] [Ska-Bands] [Ska-Konzerte] [Ska-Medien] [zur Startseite]