CD-Kritiken
www.DerDUDE-Goes-SKA.deline2.gif

Sampler "Skanking Night - Volume One"
Skanking Night - Vol 1 (2007)
Skanking Night/Silberling Records

"Skanking Night - Volume One"
Release 17.4.2007
Skanking Night / Silberling Records


Dieser außergewöhnliche, erste österreichische SKA-Sampler gehört zu denen, wo mehr Herz hinter steckt und er nur dann "verstanden" werden kann, wenn man den Hintergrund kennt!

"Das Ziel der Scheibe ist es, das Feeling der Veranstaltungsreihe zu euch nach Hause zu bringen und vielleicht die eine oder andere Erinnerung an eine Skanking Night zu wecken."

und:

"Wir wollen damit vor allem der noch eher kleinen SKA-Szene Österreichs einen Motivationsschub verpassen."

so der Pressetext der Kooperation aus dem neuen Label "Silberling Records" und dem umtriebigen Wiener Veranstalter und Publizisten Clemens (www.skanking-night.at).

Die Zusammenstellung wirkt, ehrlich gesagt, doch recht zusammengewürfelt. Der Kingstoner Mr. Symarip aka Roy Ellis schlägt da, mit dem ersten Song, voll aus der Reihe, denn es geht weitgehend doch eher um Bands, die noch die großen Bühnen der Welt stürmen möchten. Vielleicht ein Tribut an den jamaikanischen Roots-Ska, um den es ja im Weiteren in seinen Spielarten geht. Ein sehr "rootsiger", traditionsreicher Anfang.

Musikinstrumentalisch gehören die Hamburger K-Mob (Bild) sicherlich zu den Aufsteigern der SKA-Szene in den letzten Jahren.Eine negative Kritik sucht man vergebens. Gleich mit zwei Songs, "Harlem Heat" und "Big Love" sind sie vertreten. Sehr harmonische Klänge und Offbeats, die mir persönlich etwas zu langsam sind. Geschmackssache. Bei letzterem Song darf man sich aber auf die sexy, schöne und professionelle Stimme von Sängerin Naima freuen. Ein sehr schönes Stück!

Etwas gewagt ist es schon, und vielleicht nicht ganz geschickt, gleich 4 Bands einen Doppelauftritt zu bieten (K-Mob, The Riddimstix, Maskapone und The Offbeat Generator). Das sieht etwas nach Ermangelung an anderen österreichischen SKA-Bands aus, was ich nicht richtig glauben kann. Eine Schande ist es natürlich nicht, denn die "Zweitstücke" sind durchaus hörenswert.

Maskapone, mit dem dritten Stück auf der 72 Minuten langen Scheibe, bieten mit ihrem Song "Miracle" einen schönen Ausflug in die 2-Tone-Phase der Ska-Geschichte. Zweistimmig sehr schön kombiniert. Die spanischen The Pepper Pots (Bild) kommen dann mit "My little Girl", was sich etwas swing- und soullastig anhört. Auch hier bestechen die weiblichen, drei Stimmen. Wer sich von den Damen musikalisch inspiriert fühlt, kann sich diese auch am 11. Juni 2007, bei der nächsten Skanking Night in Wien anschauen/-hören gehen.

The Skaliners folgen mit ihrem Stück "Tables Gonna Turn" (Rock, Soul, traditional Ska). Und so langsam überkommt es einem dann doch. Es könnte auch mal etwas flotter gehen. Gedacht - gehört: The Offbeat Generators aus Wien geben mit "Punch Machine" richtig Gas! Keinesfalls Gitarrengeschrammel, sondern schneller 2-Tone-Ska, der mit einem Synthy und kräftigen Bläsern untermalt ist. Nach nur 1:50 Minuten ist der Spuk vorbei und Los Placebos treten auf den Plan. Auch hier kommen die 2-Tone-Fans auf ihre vollen Kosten. "Schlappe" 11 Jungs "bearbeiten" hier die Instrumente und kreieren SKA vom Feinsten!

"I cry" von den The Riddimix und "Stay out late" von Rolando Random & The Young Soul Rebels spiegeln eigentlich ganz gut sie Spannbreite der präsentierten Musik. Von sehr viel langsameren Swing, Soul, Rocksteady und SKA bis etwas schnellerem 2-Tone-Ska wird ein Teil des SKA-Spektrums abgedeckt. Zufall?

Erfrischend wirkt jedenfalls "Fast Way" von den Skabucks (Linz), die es einmal richtig, unter Einsatz von schnellen, schallenden Bläsern und mutigen Gitarrenriffs, krachen lassen. Sehr schön vorgetragen! Eine klassische, schöne Live-Band, die ich mir gerne anschauen würde. Achtung: Pogogefahr!

Mit den The Special Guests feat. Willie Ocean (Bild) ("Beetroot") ist eine weitere deutsche Band am Start. Die Berliner sind hervorragende Musiker, was sie auch wieder mit ihrem Beitrag beweisen. Ich mag die Jungs echt, aber ich habe trotz zahlreicher Versuche, nie einen wirklichen Zugang zu ihrer Musik gefunden. Passiert halt. Umso mehr gönne ich Ihnen ihre tollen Erfolge, die sie mit traditionellerem SKA haben.

Supervision folgen beim 16. "Teil" des Samplers mit ihrem Song "Holiday in Ska Town".
Sie spielen eine "abwechselungsreiche Mischung aus SKA und Reggae". Obwohl der Sound ganz witzig klingt, passt etwas nicht. Dummer Weise kann ich nicht erklären was. Da sie aber in der neuen Besetzung erst seit 2006 zusammen spielen, ist da vielleicht mehr Potenzial vorhanden, als ich sehen/hören will.

Ruppiger geht es bei den österreichischen Skaputnik ab. Erneut eine dominante Frauenstimme. Und diesmal eine wirkliche Melange aus SKA, Punk, Jazz und Blues. Einfach erfrischend und schnell! Dies zeigt auch die Offenheit und den Mut des Samplers, Stilmischungen zuzulassen und das freie Spiel der Instrumente und Klänge zu erfassen/zu präsentieren.

Hin- und herbewegt, ziehe ich ein etwas nebulöses Fazit.
Die breite Zusammenstellung wirkt etwas ziellos. Extrem unterschiedliche Bands ziehren den, mit viel Engagement und Mut produzierten Sampler. Auf der anderen Seite ist es ja genau das Ziel, wie in der Ankündigung verlautet wird. Zugleich an die Skanking Night Partys zu erinnern und der österreichischen SKA-Szene eine Plattform sowie einen Ruck zu geben. Da ist es vielleicht einfach nur Zufall, dass die meisten Stücke eher aus der traditionelleren, langsameren, rootsigeren SKA-Ecke kommen. Interessant und auffallend sind auf jeden Fall auch die vielen, an den 2-Tone-Ska angelehnten Stücke. Ein Hinweis auf den Trend in Österreich? Analytisch und ska-musikhistorisch fällt auf, dass immer häufiger auch weibliche Musikantschaft das Mikrofon an sich reisst und den längst überfälligen Paradigmenwechsel vollzieht.

Es ist definitiv eine feine Idee! Die Bands allemal sehr hörenswert. Auch wenn der Sampler es nicht unter die 5 besten CDs im Regal geschafft hat, so will ich ihn auch nicht in meiner Sammlung missen wollen. Dafür stecken da viel zu viele interessante, neue und altbekannte Sounds drin, die Lust auf Mehr machen. Und das ist sicherlich das unausgesprochene Hauptziel.

Für 9 Euro (+ Versand) bekommt man 14 Bands (19 Stücke) und ein schönes, informatives 8-seitiges Booklet geliefert. Ein Ohr und Auge sind die 72 Minuten definitiv wert!

DerDUDE

14 Bands/19 Songs: Mr. Symarip aka Roy Ellis l The Pepper Pots l The Special Guests feat. Willie Ocean l Los Placebos l The Riddimstix l K-Mob l Maskapone l Rolando Random & The Young Soul Rebels lThe Offbeat Generator l The Skaliners l Skabucks l Skaputnik l Supervision l Insurgents

Bestell- und Presseinfos
Zur Verlosung
Bestellungen in Deutschland über DerDUDE: 7,-- Euro + Porto


Weitere Einstiegs-Themen:
[Einstieg] [Geschichte] [Ska hören] [CDs/TopSKA] [CD-Kritiken]

Übersicht:
[Ska-Einstieg] [Ska-Infos] [Ska-Bands] [Ska-Konzerte] [Ska-Medien] [zur Startseite]