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Dr. Ring Ding:

Farewell-Tour 2002
20.10.2002 im Schlachthof, Hamburg

Eigentlich sind es doch gerade die Ska-Konzerte, zu denen man hoch erwartungsvoll und vor allem erfreut hinschlendert. Doch der Anlass des heutigen Konzerts hatte leider eine negative Seite an sich heften: es würde das letzte Konzert von Dr. Ring-Ding & The Senior Allstars in Hamburg werden. Als Ort war der Schlachthof auserkoren worden, um diesem Ereignis einen angenehmen und würdigen Rahmen zu verleihen. Und wie zu erwarten war, kamen viele viele Menschen um zu feiern und ..... ja, wohl auch um Abschied zu nehmen. Dr. Ring-Ding & TSA belohnten sie mit mehr als zwei Stunden von ihrer vielseitigen Mischung aus Ska, Raggamuffin, Dancehall und Reggae. Und sie spielten sich durch eine Reihe von ihren besten Titeln, wie "Rucumbine", "Shame & Scandal", "Call Di Doctor", "Little Girl", "Fever" und "Big Man", ihrer ersten Veröffentlichung am Anfang einer langen Karriere. Alle Musiker waren in bester Form und zeigten erneut, dass sie das Wesen jamaikanischer Musik egal welcher Richtung (inklusive feinstem Dub!) verstanden und verinnerlicht haben. Dabei präsentierten sie sich eigentlich ganz unspektakulär (zumindest die Band) - Könner halt. Dr. Ring-Ding erwies sich wieder einmal als einer der Menschen, die hierzulande den Raggamuffin- oder Dancehallstyle in nahezu zungenbrecherischer Waghalsigkeit ganz hervorragend ins Mikro bringt. Überdies bekam man ihn auch gelegentlich an der Posaune zu sehen und zu hören.
Zwischen all den Uptempo-Stücken gab's dann auch immer wieder netten Ska zu hören. Frage mich als Laie immer noch, wie dieser schöne zischelnde Drumsound fabriziert wird, der ja so oft beim jamaikanischen Ska zu hören ist.
Bei all der Professionalität auf der Bühne kam es mir manchmal jedoch so vor, als ob man allen Beteiligten einen Hauch von Traurigkeit ansah. Und vielleicht ja auch ein wenig Frustration, wurde doch als kurze Begründung für die Trennung zweimal gesagt, dass zu viele Menschen ihre Brenner angeschmissen haben statt sich die Originale zu holen.
Am Ende eines langen Abends verließ das Publikum nach etlichen Zugaben den Saal mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht und einer Spur von Traurigkeit. Dr. Ring-Ding & TSA sei noch ein Dankeschön für den Abend und die hierzulande geleistete Pionierarbeit gesagt.
Neben der Tour und dem gerade bei Grover erschienenen Best of-Album "Golden Gate" darf man sich wohl auf ein Livealbum freuen. Die entsprechenden Mikrophone waren jedenfalls platziert und Dr. Ring-Ding hat mehr als einmal darauf hingewiesen. Das Publikum im Schlachthof hat für eine entsprechend gute, aufnahmetaugliche Stimmung gesorgt.


Text: Karsten Frehe

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