The Slackers (Vorband: Jogit Beat) 18.7.2002 - "Autonomes Zentrum" Aachen
So, so, so! Die hochgelobten The Slackers also. Nun ja.
Boahr man, das sah doch recht vielversprechend aus, als bei doch recht schönem
Wetter um die 400 Skanker das Autonome Zetrum belagerten. Das wurde dann doch
schnell sehr warm und die Abtrennung des Raumes drohte nicht auszureichen.
Dabei war noch nicht mal ein Ton gespielt :-).
Mit so vielen Leuten hatte nun wirklich keiner gerechnet. Weder Lars von Jogit
Beat (Veranstalter) noch die anwesenden The Quicksteps! Wird Aachen zur Metropole
des SKA?, wurde da scherzhaft gemunkelt :-)
Dass Jogit Beat viele Leute ziehen würde, war ja klar. Und als es dann
wie immer verspätet losging, war dann auch die Stimmung rasch auf dem
Höhepunkt und die Temperatur auf dem Siedepunkt. Was hier die 5 Jungs
um Sebastian Sturm zunächst aufboten, war relativ klassischer Reggae,
der sehr gut gespielt wurde und durch die extra-klasse Stimme des Sängern
sein Ziel in die Ohren und Beine nicht verfehlte. Langsam aber sicher, so
scheint es, bekommen die Bläser (gespielt von Lukas Trittian und Sebastian
Dorn) zu fortgschrittener Zeit, immer mehr Raum ... Reggae wird zum Reggae-Ska.
Letztlich wird der Reggae fast ganz abgestriffen und der reine SKA erklingt
von der Bühne, wie wir ihn vom schnellen Fun-Ska her kennen. Die Party
geht sozusagen in die dritte Phase. Na!? Ob dann die tolle Reggaestimme immer
zu allen Ska-Stücken passt? Nun, den meisten war es wohl egal, denn der
ganze Laden tobte und manch Körpergewicht veränderte per Flüssigkeitsverlust
seine Größen. Aber ich möchte nochmals sagen,
dass
sie für mich ruhig reinen Reggae hätten weiter spielen können.
Ich glaube es ist mehr ihr Ding. Nichtsdestotrotz ein sehr gelungener Auftritt
und ein toller Start für die Vorstellung ihrer neuen CD "Freakin'
Out" (2002).
Und dann kam also der Hauptact, The Slackers. Oder besser gesagt ein großer
Teil von ihnen. "The Slackers are a 7 piece band that hails from New
York City. Formed in 1991, the band has been experimenting with mixes of ska,
reggae, soul, swing, punk, and jazz for over 10 years." Wenn ich es richtig
mitbekommen hatte, fehlte der Synthy-Mann. Ähm, traditional Ska spielen
sie in erster Linie. Tja, ich weiss es auch nicht. Es hat mich einfach nicht
vom Hocker gerissen. Nach Jogit Beat hätte man eine Steigerung erwarten
wollen. Nee, eher sehr sanft alles, was sich auch im Publikum bemerkbar machte.
Ich setzte mich jedenfalls etwas Müde auf einen Tisch und lauschte den
Klängen der Combo ... Auch mein krampfhaft herbeigeholtes Wippen half
der ganzen Sache nicht. Klar, einige Leute liessen sich nicht davon abh
alten,
zu tanzen und zu tanzen und zu tanzen, aber es fehlte halt die Atmosphäre.
Am Ende ging ich dann etwas nachdenklich, ob ich nicht zu hart mit den Slackers
ins Gericht gegangen sei, bis mir auch Lars versicherte, dass The Slackers
schon bessere Konzerte gegeben hatten. Grund war wohl das Fehlen des Keyborders
und Songwriters Victor Ruggeiro, der auch das ein oder andere Stück normalerweise
singt.
Auf der anderen Seite waren mir bekannte Reggae-Spezialisten wieder mehr angetan, von den ihnen noch unbekannten The Slackers. So individuell kann es halt zugehen.
Für die meisten geht das gesamte Konzert sicherlich in Ordnung. Ich habe mich mehr darüber gefreut, die Jogit Beat auch mal auf einer großen Bühne zu sehen.
Das AZ geht manch einem schon langsam auf den Keks, weil man doch recht häufig dort konzertiert. Aber: 7 Euro Eintritt und Flaschen-Bier für 1,50 Euro, lassen, jedenfalls finanziell, über manch Manko hinwegsehen.
Viel Erfolg auf eurer Tour und mit eurer CD, Jogit Beat!
Und: The Slackers: Gute Besserung!
DerDUDE
http://www.jogitbeat.com
http://www.theslackers.com